Turin – Cafes, Arkaden, Lebensstil – 2025

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Es gibt selbst in Italien wenig Städte, die soviel Bedeutung in vielen öffentlichen Bereichen erlangt haben wie Turin:

War die erste Hauptstadt des gerade vereinten Italiens (nur ganze 4 Jahre – 1861 bis 1865), hat aber davor schon Erfahrung gesammelt als Hauptstadt des Herzogtums Savoyen und des Königreichs Sardiniens…

Ist geprägt durch eine komplett einheitlich durchgestaltete Innenstadt mit über 18 km Arkaden aus dem 17. bis 19. Jrh. (s. Titelbild…)

War einst die wichtigste Auto- und Industriestadt Italiens (ich sage nur Fiat, Lancia, Abath…) mit fast 2 Mio. Arbeitern

Schon von weitem eine schiere Fassadenmasse, heute größtenteils mit einem Shopping belegt, dazu Büros und Ausstellungen...
Und auf dem Dach die spektakulärste Aussicht ever...
Über diese herrliche Auffahrtspirale kamen die monierten Fahrzeuge Etage für Etage ihrer Fertigstellung näher, bis sie auf dem Dach ihre ersten Fahrtests überstehen mussten
Schon beim bloßem Hinschauen meint man zu spüren, wie die Testfahrer sich mit den Prototypen in die Kurve gelegt haben...
Ansonsten - abgesehen von der spektakulären Aussicht - gibt es noch einen Hubschrauberlandeplatz und eine kleine sehenswerte exklusive Ausstellung der Agnelli-Familie, dazu ein bisschen "Alibi"-bienenfreundliche Botanik und nette "Instagram"-taugliche Kunst

Aber Turin besitzt natürlich auch eine große  Vielfalt wichtiger Museen und Bauwerke, wie z.b. das ägyptische Museum, mit das Größte außerhalb Ägyptens… Wir haben uns (so gewisse Übersättigungs-Ermüdungserscheinungen?!) „nur“ für das Museum / Palazzo Madama entschieden – auch schon eine Halbtagestour, zumal eine kleine Tintoretto-Ausstellung in Kommunikation mit einem zeitgenössischen Künstler lockte… „Leider“ ist das Haus auch noch „vollgestopft“ mit allem Möglichen an Kleinoden von Möbeln über Porzellan zu Schmuck, und die Räume selbst sind eine barocke Augenweide – vieel Zeit mitbringen, wenn man eine gewisse Affinität zu Kleinkunst hat…

Der große zentrale Platz, an dem (fast) alles wichtige Kulturelle steht - Piazza Castello - links der Palazzo Madama, das "Schatzkästchen"
Anbei z.B. eine Sammlung von Teekannen - ja - Teekannen! mit Stövchen, bei manchen der Exemplaren eine echte Ratestunde: "Ja, wo kommt er denn raus, der Tee?""

Aber Turin hat natürlich auch „Handfesteres“, nämlich den flächenmäßig größten Wochenmarkt Europa`s mit einer Auswahl – auch in Berlin können wir nur davon träumen… Die wunderbare Halle ist größtenteils für Fleisch und Wurst reserviert – you name it – you get it ….

Auch von außen ein Hingucker... Was hier nicht zu sehen ist, sind die hunderte von Marktständen, an denen Obst und Gemüse, aber auch Kleidung und Trödel verkauft wird..
Rinderkopfteile ,Innereien, Rinderfüße... nur ein Beispiel...
Auch dem Hund scheint die Auswahl zu gefallen...
Für die Eigenversorgung wichtig und nicht zu vergessen sind die zahlreich (noch) existenten Gemüseläden und Macellerien, die an Wünschen kaum etwas offen lassen (wenn es um italienische Produkte geht - claro!) Selbst in den kleinen verwinkelten Mini-Supermärkten findet man eine Frischetheke mit gefüllter Pasta, Lasagne und allerlei leckeren Salaten, Käse und Aufschnitten - herrlich!

Turin dürfte auch die Hauptstadt der Kaffeejunkies sein, jedenfalls herrscht in der Innenstadt die höchste Cafehausdichte, die ich je erlebt habe…. Unter den Arkaden vorzugsweise alle paar Hundert Meter ein anderes altehrwürdiges Haus mit mind. 100 Jahren Tradition – nicht nur in Kaffee, sondern auch in Patisserie…

Unter den Arkaden lässt es sich trefflich sitzen...
Diese Caffe hat 150 Jahre Tradition...
Unser Stammcaffe zählt "nur" knapp 100 Jahre..., aber das tut dem Gefühl natürlich keinen Abbruch, einfach schön, wenn man am 2. Tag schon wie ein Stammkunde behandelt wird; "Caffe doppio e Capuccino? Subito.."
Noch eine ganz eigene Kuriosität Turins...

Der sogenannte „Mole Antonelliana“, zw. 1863 und 1889 als Synagoge gebaut, ist das Wahrzeichen Turins und auch das Einzige, wo sich der Massentourismus selbst im Spätherbst dr. lange Warteschlangen bemerkbar macht. Der Bau wurde wohl so teuer (glaubt man sofort, wenn man davor steht) das die jüdische Gemeinde sich finanziell übernommen hatte, der Staat übernahm und richtete ein Museum ein. Zu diesem Zeitpkt. galt der Bau mit 167,50 m als der zweithöchste begehbare Gebäude der Welt, und das in Ziegelbauweise!

Zum Schluss noch ein bisschen Kleinkunst wie überall in den Innenstädten zu finden....Es geht ja wieder weiter Richtung Locarno!
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