Es gibt selbst in Italien wenig Städte, die soviel Bedeutung in vielen öffentlichen Bereichen erlangt haben wie Turin:
War die erste Hauptstadt des gerade vereinten Italiens (nur ganze 4 Jahre – 1861 bis 1865), hat aber davor schon Erfahrung gesammelt als Hauptstadt des Herzogtums Savoyen und des Königreichs Sardiniens…
Ist geprägt durch eine komplett einheitlich durchgestaltete Innenstadt mit über 18 km Arkaden aus dem 17. bis 19. Jrh. (s. Titelbild…)
War einst die wichtigste Auto- und Industriestadt Italiens (ich sage nur Fiat, Lancia, Abath…) mit fast 2 Mio. Arbeitern
Aber Turin besitzt natürlich auch eine große Vielfalt wichtiger Museen und Bauwerke, wie z.b. das ägyptische Museum, mit das Größte außerhalb Ägyptens… Wir haben uns (so gewisse Übersättigungs-Ermüdungserscheinungen?!) „nur“ für das Museum / Palazzo Madama entschieden – auch schon eine Halbtagestour, zumal eine kleine Tintoretto-Ausstellung in Kommunikation mit einem zeitgenössischen Künstler lockte… „Leider“ ist das Haus auch noch „vollgestopft“ mit allem Möglichen an Kleinoden von Möbeln über Porzellan zu Schmuck, und die Räume selbst sind eine barocke Augenweide – vieel Zeit mitbringen, wenn man eine gewisse Affinität zu Kleinkunst hat…
Aber Turin hat natürlich auch „Handfesteres“, nämlich den flächenmäßig größten Wochenmarkt Europa`s mit einer Auswahl – auch in Berlin können wir nur davon träumen… Die wunderbare Halle ist größtenteils für Fleisch und Wurst reserviert – you name it – you get it ….
Turin dürfte auch die Hauptstadt der Kaffeejunkies sein, jedenfalls herrscht in der Innenstadt die höchste Cafehausdichte, die ich je erlebt habe…. Unter den Arkaden vorzugsweise alle paar Hundert Meter ein anderes altehrwürdiges Haus mit mind. 100 Jahren Tradition – nicht nur in Kaffee, sondern auch in Patisserie…
Der sogenannte „Mole Antonelliana“, zw. 1863 und 1889 als Synagoge gebaut, ist das Wahrzeichen Turins und auch das Einzige, wo sich der Massentourismus selbst im Spätherbst dr. lange Warteschlangen bemerkbar macht. Der Bau wurde wohl so teuer (glaubt man sofort, wenn man davor steht) das die jüdische Gemeinde sich finanziell übernommen hatte, der Staat übernahm und richtete ein Museum ein. Zu diesem Zeitpkt. galt der Bau mit 167,50 m als der zweithöchste begehbare Gebäude der Welt, und das in Ziegelbauweise!
