Erwischt hat uns Salerno mit strömenden Regen und aufpeitschenden Wind, kein Grund, nicht doch ans Ufer zu gehen! Und es gibt hier soviel mehr zu sehen! Ich glaube Angesicht von Amalfi-Küste, Capri, Pompeji und Neapel dient Salerno mehr als Durchgangsstation denn als Aufenthalt, aber es lohnt sich, gerade im beginnenden Winter, wenn sich so gar kein Tourist mehr in der Altstadt verliert…..
Die Altstadt ist wie erwartet verwinkelt und mit morbidem Charme, kleine überraschende Plätze, verbunden mit verwinkelten Gassen…
Eine echte Entdeckung war diese Hutmacherei in der dritten Generation, geführt noch immer vom weit über 70-jährigen Signore Russo, ein Mensch der seine Leidenschaft lebt, schon mit 10 hat er bei seinem Vater angefangen und der Laden – gleichzeitig Werkstatt – ist wie ein technisches Museum des Handwerks ausgestattet, vom Kohleofen, mit dem die winzigen Bügeleisen geheizt werden, zu elektrischen Heizformen, Holzschablonen für jede Hutform und Kopfgröße, die Regale hochgestapelt mit vorhandenen Modellen.
Wunderbar die Uferpromenade, ein echtes Meisterstück der Stadtplanung, alte Palmen, einfache Grünstreifen, alle paar Meter ein Kiosk oder Cafe und zwei Reihen endlos langer Bänke entlang des Ufers, im Schatten oder in der Sonne – wie es beliebt – Platz für alle und Jeden, dazu separate Spuren für Fußgänger, Jogger und Fahrradfahrer und eine herrliche Aussicht auf die Bucht und das Meer – perfekt, und dementsprechend intensiv genutzt. Sobald die Sonne wieder hervorkam, strömten die Menschen aus allen Ecken der Stadt – jung und alt, Studenten, Rentner und hundeausführende Spaziergänger – ein wunderbarer Platz für alle – so sollte es sein!
Ein Antibeispiel der recht neue „Pracht“-Bau von Bofill (frz. Architekt) ein Alptraum von Gigantomanie – ein Platz am Ufer, der im Sommer glühen wird und ohne jegliche Aufenthaltsqualität geplant wurde… Kennzeichnend ist, dass längst nicht alle Wohnungen besetzt sind und nach über 4 Jahren Eröffnung erst der erste Laden mit dem Ausbau beschäftigt ist…
Es gibt aber auch die übliche „Neu“-Stadt auf rechtwinkligem Grundriss mit großer Fußgängerzone, vielen (kleinen!) Geschäften und gut belebten Cafes…
Die prächtige Krypta, in der der Evangelist Matthäus begraben sein soll, erspare ich Euch! – ich sage nur – prunkvoll! Und außerdem kommt ja noch der nächste „Hammer“ der Kultur auf uns zu: Pompeji, – nur 3/4 Std. Zugfahrt von Salerno entfernt – natürlich ein Muss!!!
